Quelle: Sprinkenhof GmbH
BIM im Planungswettbewerb: Von Beginn an Sichtbarkeit digitaler Kompetenz
Erstmals wurden BIM-Anforderungen in den Planungswettbewerb für das neue Hörsaalzentrum der Universität Hamburg in der Science City Bahrenfeld integriert – für die Stadt Hamburg ein wertvolles Experiment.
Beim Planungswettbewerb für das neue Hörsaalzentrum der Universität Hamburg in der Science City Bahrenfeld wurde erstmals ein BIM-Modell als Bestandteil der Wettbewerbsabgabe gefordert. In Hamburg war dies daher ein besonderer Schritt, denn die Hansestadt legt in der Richtlinie für Planungswettbewerbe (RPW 2015) bislang keine Anforderungen an digitale Modellabgaben fest. In Abstimmung mit der Architektenkammer Hamburg wurde entschieden, die BIM-Anforderungen bewusst moderat zu halten, um keine Teilnehmenden auszuschließen. Das BIM-Team der Sprinkenhof GmbH begrüßte die Bereitschaft der Kammer und der beteiligten Büros, sich auf diese neue Vorgehensweise einzulassen und betrachtete die Einführung als wertvolles Experiment für die Stadt.
Der Einsatz von BIM verfolgt keinen Selbstzweck: Schon in dieser frühen Phase lassen sich zentrale Kompetenzen der Planungsteams erkennen, etwa der Umgang mit Georeferenzierung, Modellstruktur und Datenlogik. Das geforderte Volumenkörpermodell, bewusst auf das Wesentliche reduziert, sollte den Entwurf als einfachen Baukörper darstellen und im städtebaulichen Kontext verorten. Grundlage bildeten der BIM.Hamburg Objektkatalog und der BIM-Leitfaden der Freien und Hansestadt Hamburg.
Tanja Gutena, Leitung BIM-Team Sprinkenhof GmbH: „In der Wettbewerbsbewertung lag ein besonderes Augenmerk auf dem sogenannten Nullpunktkörper, einem kleinen, aber aussagekräftigen Element. An ihm zeigt sich, ob ein Büro die Grundlagen der digitalen Modellierung und Koordinatensysteme verstanden und korrekt umgesetzt hat. Er markiert den georeferenzierten Bezugspunkt des Modells – und wird damit zum ersten Nachweis digitaler Kompetenz.“
Von den sechs eingereichten Modellen erfüllten drei die Anforderungen vollständig. Gleichzeitig zeigte sich, dass alle Teilnehmenden grundsätzlich in der Lage sind, mit der BIM-Methode zu arbeiten. Die Unterschiede lagen weniger in der grundsätzlichen Befähigung, sondern in der Detailgenauigkeit der Umsetzung und im Verständnis der vorgegebenen Struktur. Damit wurde auch deutlich, dass sich der Markt insgesamt weiterentwickelt hat – viele Büros verfügen heute über solide digitale Kompetenzen und eine wachsende Routine im modellbasierten Arbeiten.
Im Planungswettbewerb hat sich der Entwurf des renommierten Münchner Büros Nickl Architekten durchgesetzt. Insgesamt haben 12 internationale Planungsteams am europaweiten hochbaulichen Wettbewerb, der mit dem Büro Luchterhand & Partner durchgeführt wurde, teilgenommen. Das Sprinkenhof BIM-Team formulierte die Anforderungen an die digitalen Wettbewerbsmodelle und prüfte die eingereichten Modelle auf Übereinstimmung. Die Ergebnisse flossen in die Wettbewerbsbewertung ein. Das Ergebnis wurde am 26.09.2025 öffentlich verkündet.
Mit dem Verfahren in der Science City Bahrenfeld wurde deutlich: BIM kann auch im Wettbewerb Mehrwert stiften – als Werkzeug, um digitale Kompetenz sichtbar zu machen und den Übergang in eine modellbasierte Planungskultur vorzubereiten. Weitere Wettbewerbe sind bei der Sprinkenhof GmbH bereits in Vorbereitung, in denen BIM erneut eine zentrale Rolle spielen wird.