Quelle: HPA, Momme Petersen
BIM Standards mitgestalten – Impulse aus Hamburg für den Regelprozess
Mit der dritten Veröffentlichung des Rahmendokuments „Anwendungsfälle für den Regelprozess“ wurde ein wesentlicher Meilenstein für die bundesweite Umsetzung der BIM-‑Methode im Bundesfernstraßenbau erreicht. Das Dokument bündelt die Ergebnisse eines mehrjährigen, strukturierten Entwicklungsprozesses zur Vereinheitlichung und fachlichen Vertiefung der BIM-‑Anwendungsfälle.
Mit der dritten Veröffentlichung des Rahmendokuments „Anwendungsfälle für den Regelprozess“ liegt nun ein zentraler Baustein für die bundesweite Implementierung der BIM-‑Methode im Bundesfernstraßenbau vor. Das Dokument ist das Ergebnis einer mehrjährigen, strukturierten Entwicklung, in der die Anwendungsfälle in drei aufeinander aufbauenden Schleifen schrittweise erweitert, geschärft und in ihrer fachlichen Tiefe vereinheitlicht wurden.
Ausgehend von acht initialen Anwendungsfällen wurde das Rahmendokument in zwei weiteren Entwicklungsschleifen auf insgesamt 18 Anwendungsfälle erweitert und inhaltlich vertieft. Das Ergebnis sind rund 250 Seiten klar strukturierter Beschreibungen, die eine einheitliche und fachlich abgestimmte Grundlage für den Regelprozess schaffen.
Das Rahmendokument richtet sich federführend an Auftraggeber (insbesondere Straßenbauverwaltungen), die die BIM-Methode für Infrastrukturmaßnahmen einsetzen. Die entwickelten Anwendungsfallbeschreibungen geben die notwendige Orientierung vor, um klare und vergleichbare Anforderungen in Auftraggeber-‑Informationsanforderungen (AIA) zu formulieren und BIM projektspezifisch, aber gleichzeitig standardkonform einzusetzen. Durch die einheitliche Struktur und Terminologie werden Missverständnisse reduziert, BIM-Rollen in ihrem Verantwortungsbereich klarer und konsistent beschrieben und die Erwartungshaltung bezüglich Eingangs- und Ausgangsdaten der jeweiligen Anwendungsfälle geschärft.
Ein besonderer Mehrwert liegt in der konsequenten Praxisnähe: Jeder Anwendungsfall enthält Steckbriefe, Umsetzungsdetails, Prozessdiagramme und Lessons Learned (siehe Abb.1). Damit liefert das Dokument nicht nur die fachlichen Anforderungen, sondern auch konkrete Hinweise zur Umsetzung und typische Erfahrungen aus Pilotprojekten. Gleichzeitig ist es so aufgebaut, dass verschiedene Zielgruppen schnell die für sie relevanten Informationen finden – vom kompakten Steckbrief für das Management bis zu detaillierten Umsetzungsschritten und Prozessdiagrammen für die operativen Anwenderinnen und Anwender.
BIM.Hamburg hat das Rahmendokument maßgeblich mitgestaltet. Wir haben die Anwendungsfalldokumente initial erstellt und den Reviewprozess im engen Austausch mit der Autobahn GmbH, DEGES und den Bundesländern fachlich vorangetrieben. Dadurch konnten Erfahrungen, Anforderungen und Lessons Learned aus Hamburger Infrastrukturprojekten gezielt in die Entwicklung bundesweiter BIM Standards eingebracht werden – als Beitrag für den Übergang vom Pilot zur Regelanwendung.
Im Kontext des bundesweiten Digitalisierungsfortschritts markiert das Rahmendokument einen wesentlichen Meilenstein für den Übergang in den ‑Regelprozess. Es verbindet strategische Vorgaben mit einer klaren fachlichen Struktur und schafft damit die Grundlage, um BIM im Bundesfernstraßenbau nicht nur einzuführen, sondern nachhaltig zu verankern.
Mit Version 3 liegt eine tief ausgearbeitete Grundlage der Anwendungsfälle vor. Als nächster Schritt ist von uns anvisiert, das Dokument um die bereits bei BIM.Hamburg etablierten Betriebs-Anwendungsfälle fortzuschreiben. Zudem werden Erfahrungen aus dem Pilotprogramm Bundesfernstraßen verstärkt in die Lessons Learned einfließen. Parallel wird geprüft, inwiefern die Anwendungsfälle für den Digitalen Zwilling weiterentwickelt werden müssen, um auch zukünftige Anforderungen abzudecken.