Quelle: HPA, Laura Leandro Moreira
SWIM2TWIN
Erfolgreicher Abschluss vom Projekt SWIM2TWIN – Bestandsmodelle für die Zukunft unserer schwimmenden Infrastruktur. Erfahrungsbericht aus der BIM.Hamburg Leitstelle Hafenbau und PM (Hamburg Port Authority)
Pilotprojekt SWIM2TWIN
Mithilfe des Einsatzes moderner Methoden und Technologien soll die Instandhaltung von schwimmenden Anlagen im Hamburger Hafen nachhaltig verbessert werden. Gleichzeitig leistet das Projekt einen wesentlichen Beitrag zur Digitalisierung des Hafens, wodurch zukünftige Erhaltungsmaßnahmen auf Basis der aggregierten Bestandsinformationen effizienter umgesetzt werden können. Für diese Vorhaben hat sich eine spartenübergreifende Projektgruppe aus dem Anlagenmanagement für schwimmende Anlagen, dem Stahlwasserbau, der Bauwerksprüfung, der Vermessung sowie der Einheit BIM & Digitalisierung zusammengeschlossen, um Lösungsansätze zu pilotieren und daraus einen gemeinsamen, übertragbaren Prozess abzuleiten.
Das Anlagenmanagement für schwimmende Anlagen kümmert sich im Hafen um die Instandhaltung und -setzung von beispielsweise Pontons, Dalben, Zugangsbrücken, Schiffswarteplätzen oder Wassertreppen. Ein zentrales Thema in der Instandhaltung ist das Überprüfen der Anlagen auf Einsatzfähigkeit und Sicherheit. Um die Instandhaltungskosten zu senken und gleichzeitig die Lebenszyklen der Anlagen zu verlängern, ist eine enge Zusammenarbeit mit der Bauwerksprüfung unerlässlich.
Eine besondere Herausforderung liegt in der Heterogenität der Bestandsanlagen: Viele stammen aus unterschiedlichen Jahrzehnten, und die vorhandene Bestandsdokumentation ist historisch gewachsen und in Teilen geringauflösend erfasst. Dies führt zu Herausforderungen für unser Anlagenmanagement und unsere Bauwerksprüfung im Alltagsgeschäft. Genau hier setzt SWIM2TWIN an. Das Projektteam hat sich zum Ziel gesetzt, ein digitales und nachhaltiges Vorgehen zu entwickeln, das die Instandhaltung auf eine neue Grundlage stellt.
Als Pilotobjekt wurde eine Pontonanlage im Hamburger Hafen ausgewählt. Nach dem Zusammenstellen der Bestandsunterlagen wurde die Pontonanlage bestehend aus Dalben, Ponton und Zugangsbrücke durch das Ingenieurbüro Dr. Binnewies in ein Bestandsmodell überführt. Damit wurden die Bedingungen für eine modellbasierte Bauwerksprüfung geschaffen. Die Prüfung an der Pontonanlage vor Ort konnte digital, unterstützt von der Softwarelösung m2ing, durchgeführt werden. Dabei wurde ein Schadensmodell generiert. Mit der digitalen Vorgehensweise wurden Schnittstellen abgebaut, wodurch Informationsverluste reduziert wurden. Insgesamt kann damit eine höhere Datenqualität und eine effektivere Prüfung ermöglicht werden.
Vielversprechendes Ergebnis des Pilotprojekts
Es wurde ein Weg aufgezeigt, wie mit dem Verfahren nach SWIM2TWIN Bestandsinformationen aktualisiert und die Prozesse für das Erhaltungsmanagement digitalisiert werden können. Durch präzise Vermessungen und anschließender BIM ‑Modellierung können Bauwerksprüfungen künftig modellbasiert und mit mobilen Endgeräten direkt vor Ort durchgeführt werden. Das führt zu spürbaren Effizienzsteigerungen, konsistenteren Prüfergebnissen und einer vollständig digitalen Ablage für das Anlagenmanagement. Zudem haben wir die Anbindung an SAP und Ergänzung der BIM-Modelle im GeoPortal der HPA (PortMapper) erfolgreich erprobt – ein wichtiger Schritt für integrierte Daten- und Informationsflüsse.
SWIM2TWIN zeigt: Die digitale Nacherfassung der schwimmenden Infrastruktur ist möglich und zeigt, wie die sukzessive Digitalisierung unseres Hafens erfolgen kann.
Ein großes Dankeschön an alle Beteiligten für die hervorragende Zusammenarbeit und die gemeinsame Vision!