Strategisches Programmziel von BIM Hamburg

Unser übergeordnetes Programmziel für BIM.Hamburg: Schaffung eines BIM-Fundamentes, basierend auf deutschen und internationalen Vorgaben, das alle beteiligten öffentlichen Unternehmen und auch Dritte anzuwenden haben.

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Strategisches Programmziel von BIM Hamburg

Um einen strukturierten und nachhaltigen BIM-Implementierungsprozess sicher zu stellen, orientieren wir uns bei der Identifikation und Umsetzung der erforderlichen Implementierungsmaßnahmen an den strategischen Handlungsfeldern Prozesse, Standards, Menschen und Technologie. Die oben abgebildete Matrix (Abb. 2) ordnet den Handlungsfeldern mögliche strategische, taktische und operative Maßnahmen zu.

Das nachfolgend beschriebene Aufgabenportfolio von BIM.Hamburg für die Einführung von BIM auf Landes-Ebene stellt einen aktuellen Zwischenstand dar.

Prozess

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Prozesse

Das Handlungsfeld Prozesse fasst alle Aufgaben des prozessualen Change-Managements und der dazu gehörenden Maßnahmen zusammen.


Eine große Herausforderung liegt in der Entwicklung von BIM-Arbeitsprozessen, der Minimierung von Redundanzen im Planungsprozess und der Vermeidung von Datenverlusten durch Systemumbrüche mit Hilfe definierter Datenaustauschprozesse. Für eine erfolgreiche und ganzheitliche Anwendung der BIM-Methodik in der FHH wird es daher notwendig sein, herkömmliche Prozesse neu zu gestalten.

Dazu gehören vor allem:

  • Durchgängig modellbasiertes Planen, Bauen und Betreiben
  • Anpassung der Antrags- und Genehmigungsverfahren an medienbruchfreie Geschäftsprozesse im Handlungsfeld Planen und Bauen auf Basis von BIM-Modellen
  • Bündelung aller Vergabeprozesse, die die Spezifika der BIM-Umsetzung berücksichtigen
  • Strategische Implementierung von BIM in das Mieter-Vermieter-Modell (MV-Modell)
  • u.v.m.

Richtlinien

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Richtlinien

Ein zentrales Aufgabencluster ist die Entwicklung und Evaluation von einheitlichen BIM-Richtlinien und Standards für die FHH, in Abstimmung mit nationalen Standardisierungsbestrebungen (bspw. BMVI).


Diese sollen für eine medienbruchfreie, planungsübergreifende und harmonisierte Zusammenarbeit sorgen. Insellösungen innerhalb der FHH müssen vermieden werden. Um die BIM-Methode in Bauvorhaben effizient zu nutzen, sind projektspezifische BIM-Vorgaben, eindeutige Modellierungsvorschriften und genaue Aussagen über die semantischen Informationen für jedes Modellelement notwendig.

Diese Vereinbarungen stellen auch eine wichtige Grundlage für die Überprüfung und Qualitätssicherung der vertraglich vereinbarten BIM-Leistungen dar.

Wichtige Aufgaben im Handlungsfeld Standards sind neben der Vertretung und Mitwirkung der FHH in den normgebenden regionalen und nationalen BIM-Gremien, -Institutionen und -Fachgruppen u.a. die Entwicklung

  • eines BIM-Leitfadens für die Definition übergeordneter Modellierungsvorschriften,
  • von Bauteilkatalogen zur fachspezifischen Attributierung von Modellen,
  • von Klassifikationssystemen zur Bauwerksbeschreibung,
  • von vertraglichen Regelungen,
  • von Vorgaben/Anforderungen für die Qualitätssicherung seitens der Auftraggeber,
    - Mustervorlagen für Auftraggeber-Informations-Anforderungen (AIA),
    - BIM-Abwicklungsplan (BAP),
  • von digitalen, BIM kompatibel einzureichenden Bauantragsunterlagen und
  • von digital gestützten Prüfverfahren für BIM basierte Bauantragsunterlagen.
  • u.v.m.

Menschen

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Menschen

Das Bauwesen ist im Vergleich zu anderen Wirtschaftsbranchen immer noch stark durch traditionelle Arbeitsweisen und Strukturen geprägt.

BIM bietet der Baubranche die Möglichkeit angestaute Innovationsbedarfe zu kanalisieren und so den Rückstand gegenüber anderen Branchen und teilweise auch dem Ausland aufzuholen. Dieser umfassende Changeprozess wird die herkömmliche Arbeitsweise aller Beteiligten substantiell verändern. Es ist daher bei der Gestaltung von Veränderungsmaßnahmen ein besonderes Augenmerk auf die Information, Qualifikation und Unterstützung der Beteiligten zu legen.

Um die handelnden Personen für die Anwendung der BIM Methodik zu gewinnen sind bisher folgende Aufgaben identifiziert worden:

  • systematischer Aufbau und kontinuierliche Aktualisierung von Fachwissen und Kompetenzen
    - Entwicklung von BIM-Schulungs- und Weiterbildungskonzepten,
    - Koordinierung und Durchführung von BIM-Schulungen,
    - Workshops für Spezialthemen (z.B. BIM-Ausschreibungen),
    - Informations- und Beratungsveranstaltungen,
  • strategische Förderung der Mitarbeiter zur Sicherung der Innovationsfähigkeit,
  • strategische und geschäftliche BIM-Ziele gemeinsam mit den Dienststellen definieren,
  • Aufbau von strategischen, lokalen Kooperationen und Partnerschaften für eine gemeinsame BIM-Anwendung,
  • Vernetzung mit Dozenten und Lehrkräften an Hochschulen,
  • Dialog aller Beteiligten auf Auftraggeber- und Auftragnehmer-Seite initiieren.
  • Erforderlich ist eine aktuelle und permanente Verfolgung der Entwicklungen im BIM-Umfeld, um rechtzeitig Informationen über Neuerungen, Erfahrungen, Entwicklungen etc. zu erhalten und für die Implementierung von BIM in der FHH zu nutzen und zu berücksichtigen,
  • Erfahrungen und Ergebnisse aus den regionalen und bundesweiten BIM-Pilotprojekten bündeln, auswerten und die Ergebnisse allen Beteiligten zur Verfügung stellen.
  • U.v.m.

Technologie

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Technologie

Ein standardisiertes Datenmanagement zur Vermeidung von inkonsistenten Informations-ständen ist eine tragende Säule der BIM-Philosophie.

Voraussetzung für die umfassende Verfügbarkeit und Vernetzung der Daten aller Beteiligten ist die Digitale Datendurchgängigkeit über zentrale Plattformen (CDE/Urban Data Plattform).

Im Gegensatz zur heutigen Arbeitsweise, welche oftmals auf einer heterogenen Datenlage und dezentralen Kommunikationswegen beruht und viele Medienbrüche verursacht, werden bei BIM die Daten standardisiert und damit interoperabel und smart.

Aufgrund der Umstellung vieler Bauprozesse werden die Softwareanforderungen deutlich höher. Digitale Bauprozesse erfordern Softwareprodukte, die zur Modellerstellung, -koordination sowie -verwaltung in den BIM-Projekten eingesetzt werden können und die insbesondere den Einsatz systemoffener Datenschnittstellen unterstützen.

Dazu gehören z.B.

  • der herstellerneutrale Daten- und Nachrichtenaustausch zwischen allen Projektbeteiligten unter Verwendung der Datenformate IFC, BCF, XPlanung, XBau etc. zum verlustfreien Austausch notwendiger Modelle und Daten,
  • eine hierarchische Benutzerverwaltung, um die Eigentums- und Zugriffsrechte bedarfsgerecht zu steuern und den Anforderungen des Datenschutzes gerecht zu werden,
  • die Verwendung von langlebigen Austauschformaten, um eine persistente Speicherung von Bauwerksdaten über sehr lange Zeiträume zu ermöglichen um so u.a. eine lebenszyklusübergreifende Nutzung der digitalen Daten zu gewährleisten,
  • die Qualitätssicherung der Modelle z.B. durch automatisierte Regelprüfungen.
  • U.v.m.

Weitere Themen

Über die vier genannten Handlungsfelder hinaus gibt es weitere Themen, die im Zuge der Implementierung in den Fokus rücken:

Forschung und Entwicklung

  • Nähe zur Wissenschaft und intensives Engagement in der Lehre,
  • Praktische Arbeit in umfangreichen Forschungs- und Entwicklungsprojekten.

 Öffentlichkeitsarbeit

  • Koordination der regionalen und nationalen Vertretung und der Repräsentation der FHH
  • umfassende BIM-Informationen auf den Internetseiten der FHH,
  • Organisation von FHH-Veranstaltungen im BIM-Umfeld (Hamburger BIM-Tage, Seminare, Kongresse etc.).

Da die BIM-Implementierung noch in den Anfängen ist, kann diese Liste der genannten strategischen, taktischen und operativen Aufgaben noch nicht vollzählig sein. Die tatsächlich erforderlichen Maßnahmen müssen durch einzelne Projekte im Detail definiert werden.